Mein Weg durch den Sport

Bin ich für den Sport geschaffen?

Definitiv ja! 😀
Ich war schon immer ein sehr ehrgeiziger und aktiver Mensch, sodass eigentlich im Nachhinein betrachtet sagen kann, dass es von vorne herein klar war, dass ich irgendwann wirklich in einem Sport landen werde. Wenn ich nichts zu tun haben über einen längeren Zeitraum, dann wird mir langweilig und ich bekomme schlechte Laune. Bewege ich mich allerdings regelmäßig, dann bin ich eine ziemliche Frohnatur, eigentlich!
Also ja, Selektionshypothese trifft in der Hinsicht zu: Michelle und Sport, das passt zusammen. Allerdings hat mich der Sport, so wie ich ihn jetzt betreibe doch um einiges verändert.

 

Meine Sportgeschichte

Als ich 4 Jahre alt war, habe ich angefangen das Reiten für mich zu entdecken. Gut das war eigentlich schon vorherbestimmt, da meine Mama auch Pferde begeistert ist, war es nur eine Frage der Zeit, wann ich auch da lande. Bis ich Zwei war hatten wir auch einen Wallach, der aber leider aus gesundheitlichen Gründen eingeschläfert werden musste. Als ich dann 7 geworden bin, hat Mama beschlossen, dass es wieder an der Zeit für ein Pferdchen sei und jaaa spätestens seit dem Zeitpunkt, waren auch Michelle und Pferde nicht mehr auseinander zu denken. Was ich alles von den atemberaubenden Geschöpfen gelernt habe, ist eine andere Geschichte, ich wollte das bloß mal erwähnt haben.
Wann ich mit der Leichtathletik angefangen habe, weiß ich schon gar nicht mehr. Auf jeden Fall habe ich in der Kinderleichtathletikgruppe in Edemissen mitgemacht. Also da, wo ich jetzt auch wieder trainiere. Als ich dann mit 12 allerdings in die größere Gruppe gekommen bin, habe ich ganz schnell aufgehört. Ich war einfach schlecht und das war mir unangenehm. Also bin ich immer seltener hingegangen und habe dann schließlich ganz aufgehört. Im Nachhinein echt eine dumme Entscheidung, aber was solls, sie hat mich schließlich, hier hin gebracht, wo ich heute bin.
In der 10. Klasse, also vor 4 Jahren, habe ich dann allerdings wieder angefangen. Über eine Freundin bin ich dann, weil ich zu viel Zeit und zu viel Langeweile hatte, nach Peine zur Leichtathletik gekommen. Im Verein war ich noch, da ich zusätzlich nebenbei noch Tennis gespielt habe, das ich dann für die Leichtathletik aufgegeben habe, deswegen also kein Problem. Sofort wieder angefixt, war ich natürlich auch gleich 2x in der Woche da. Als es dann allerdings auf den Winter zu ging, wurde das Training in Peine nur noch einmal in der Woche angeboten. Mist. Darauf hin, ich auch angestiftet von einer alten Freundin von der Leichtathletik aus Edemissen, die ich im Sporttheorieeinfühhrungskurs wieder gefunden habe, meine Freundin überredet doch anstatt dessen noch einmal nach Edemissen zu gehen. Wir beide total Panik, denn Edemissen trainierten in unseren Augen nur die Guten, also eben nicht wir. Egal, wir also hin, erstes Mal gleich zu spät gekommen (ja toller erster Einduck) und dann mussten wir turnen. Jaaaa Handstand abrollen, Rückwärtsrolle ins Handstehen….. wie wir uns gefreut haben – eine Vorwärtsrolle, das haben wir beide noch hinbekommen. 😀 Aber ich schweife ab.  Das war Winter 2013. Eigentlich habe ich zu der Zeit grade primär Vierkampf im Reiten gemacht (800m Laufen, 50m Schwimmen, A-Dressur und E-Springen). Ich war 2012 Kreismeisterin war dementsprechend angefixt und habe das ganze dann in einer Mannschaft gemacht. Es zählen pro Disziplin immer nur 3/4 in die Wertung. Beim Reiten war ich eigentlich immer das Streichergebnis. Da ich aber nicht aus der Mannschaft fliegen wollte, musste ich im Schwimmen und Laufen weiterhin deutlich besser sein, als die anderen aus meinem Team. 1000 Punkte ließen sich jeweils im Schwimmen und Laufen erzielen. 2:30 min über 800m das war die magische Grenze. Mit dem was ich alleine trainiert habe, bin ich schon auf 2:45 min gekommen und war schon sehr stolz auf mich! Aber 2:30 war eben das Ziel. Also habe ich in Edemissen mal klein laut nach einem Trainingsplan gefragt. Ja der Ehrgeiz.. ich hab dann also in meiner Mittagspause in der Schule schön meine zusätzlichen Läufe durch gezogen und bin im Frühjahr 2014 bei den Landesmeisterschaften dann wirklich auf einer Aschebahn 2:31 min gelaufen!

Landesmeisterschaften Vierkampf LAufen (1)
Mit Nudeln erstmal wieder Energie tanken 😀

Das war es dann aber auch eigentlich mit dem 4-Kampf, Kreis- und Bezirksmeisterschaften bin ich noch mit geritten und dann war es um. Allerdings hatte ich dann da auch schon angefangen mich der Leichtathletik zuzuwenden. Nach ein paar Streitigkeiten, weil ich eigentlich keine Wettkämpfe in der Leichtathletik machen wollte, aus Angst wieder die schlechteste zu sein, habe ich mich dann doch überreden lassen. Man wollte dann eine 7-Kämpferin aus mir machen. Blöd nur, dass ich eigentlich nichts kann außer ein bisschen Laufen, sodass ich doch wieder bei 800m und dann bei den 400m gelandet bin. Überraschenderweise die „Quali“ für die Norddeutschen 2015 gelaufen, konnte ich meine derzeitige Bestleistung um 2 Sekunden noch toppen. Mit dieser erneuten Überraschung kam ich auf dem Weg zurück um ein Psychogespräch mit meinem Trainer im Auto nicht drum rum. Ein bisschen beflügelt von dem Lauf, brannte sich eine neue fixe Idee in meinem Kopf fest. „Ich will bei den Deutschen Meisterschaften starten!“ Jaaa so bin hier gelandet und arbeite diesem Ziel immer noch zu. 😀

 

Wie habe ich mich durch den Sport verändert?

Jetzt wo ich drüber geschrieben habe, merke ich, dass ich wirklich doch irgendwie schon länger diesen Ehrgeiz habe. Diesen Winter werden es dann 4 Jahre, die die LG mich wieder an der Backe hat. Krass wie schnell die Zeit vergeht, aber auch wie kurz ich eigentlich erst wirklich mit Ziel auf die Deutschen wirklich leistungsorientierter trainiere. In dieser Zeit habe ich aber das Gefühl mich deutlich verändert zu haben. Obwohl diese Zielstrebigkeit, mich anscheinend sowieso erst zum Sport gebracht hat, habe ich jetzt gelernt, auch mit Rückschlägen umgehen zu können. Ich habe das Gefühl durch die beiden Verletzungen (Spagatverletzung und Hüfte) ein kleines Steh-auf-Männchen geworden zu sein. Vorher habe ich aus dem Gefühl „nicht gut genug zu sein“ den Vierkampf aufgegeben und vorher auch die Leichtathletik, jetzt habe ich unheimlich an Selbstvertrauen gewonnen. Ich kann jetzt dafür „leiden“, wenn ich etwas will, ja Läufe tun ja manchmal doch schon weh! Ich habe mal angefangen Gitarre zu spielen, es aber relativ schnell wieder aufgegeben, weil ich da Arbeit reinstecken musste.
Ich habe keine Angst mehr im direkten Wettkampf anzutreten, und wenn ich verliere, dann ist das eben ärgerlich, aber kein Grund nicht weiter zu machen.

Also alles in allem hat mich das Laufen schon von meiner Persönlichkeit her gefunden. An der ehrgeizigen definitiv Individualsportlerin hat das Laufen nichts verändert, sondern hat eher genau in diese Kerbe gefunden. Von den Grundzügen meiner Persönlichkeit eigentlich gleich geblieben, finde ich aber schon, dass Dinge, die ich im Sport gelernt habe, auch auf die Welt da draußen anwendbar sind. Aber haben diese Dinge wirklich meine Persönlichkeit verändert oder hat der Sport einfach die Merkmale, die eigentlich schon vorhanden waren bloß gefördert und weiter ausgebaut?

 

Sportler und Sportler versteht sich halt

Eine lustige Anmerkung habe ich noch bezüglich Sport und Persönlichkeit. Obwohl wirklich jede Sportart unterschiedliche Persönlichkeitsprofile ansprechen. Wie eben zum Beispiel alleine Individual- und Teamsportarten verstehen sich Sportler unter einander doch irgendwie besser bzw. auf anhieb besser als Sportler und nicht Sportler. Wenn ich diese These jetzt einfach mal so in den Raum werfen darf.
So alleine von meinem Beobachtungen her, war mein Sporttheoriekurs, der wirklich durchwachsen von vielen unterschiedlichen Sportarten war (von Schwimmen, über Leichtathletik, zum Handball, Fußball, Basketball), der deutlich harmonischste. Irgendwie waren wir alle so mehr oder weniger auf einer Wellenlänge, so wie es in keinem anderen Kurs war.

 

Naja heute also ein wenig von mir und meiner Entwicklung ein bisschen durch den Sport. Wie sieht das bei euch aus? Habt ihr schon eure Sportart gefunden, die zu eurer Persönlichkeit passt? Oder habt ihr euch eine gesucht und euch von dieser dann verändern lassen. Ich wäre gespannt auf eure Geschichten!

Aber bis dahin wünsche ich euch erstmal eine schöne Woche!!

Liebe Grüße,

Michelle

2 Kommentare zu „Mein Weg durch den Sport

  1. Ich war (oder bin es vllt sogar immer noch?) nicht für den Sport geschaffen 😀 was nicht an der Motivation liegt, aber anderen fällt es scheinbar immer leichter, Erfolge zu erzielen, wofür ich mächtig ackern muss 😀 Aber Sport soll ja vor allem Spaß machen und das tut er! Ich bin total froh, das Laufen für mich entdeckt zu haben.

    Gefällt 1 Person

    1. Naja du bist ja im Endeffekt beim Sport gelandet, also bist du es bestimmt doch! 🙂
      Ja das kann ich auch sehr gut nachvollziehen. Gute Gene und Talent sind einfach eine gemeine Sache – zumindest wenn die anderen mehr davon haben 😀 Lass dich weiterhin nicht unterkriegen 😉

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