Denkanstoß: Ist Weizen gefährlich?

Völlig überraschend stoße ich gestern bei uns zu Hause auf das Buch von Dr. med William Davis: „Weizenwampe – Warum Weizen dick und krank macht“ .Nachdem ich mich ein wenig über den lustigen Titel weggegiggelt habe (wegen Warum Weizen, Weizenwampe –  Alliteration und so. Ja ich weiß, aber ich fands extrem lustig in dem Moment :D), habe ich wirklich ein paar Seiten gelesen und konnte das Buch bis eben grade nicht mehr aus der Hand legen.
Klar hat man schon mal gehört, dass Weizen ja nicht unbedingt gesund ist. Aber Vollkorn ist doch gesund und ballaststoffreich. So meine Denkweise.
Nachdem ich jetzt die Hälfte des Buches verschlungen habe, gucke ich mein Frühstücksbrot mit ganz anderen Augen an und überlege, ob ich das Zeug wirklich essen soll. Deswegen wollte ich euch einen kleinen Denkanstoß zu diesem Thema liefern. Ich weiß nicht, ob das stimmt, was Dr. Davis in seinem Buch erzählt, aber ich finde seine Erklärungen und Argumentationen gegen Weizen sehr nachvollziehbar und überzeugend. Er belegt seine Thesen auch immer mit einer Studie, aber wie jeder weiß, glaube nur der Studie, die du selber gefälscht hast. Also vielleicht kann ich euch ja anregen, selber einmal aktiv zu werden und euch zu informieren, denn ich finde das Thema ungeheuer spannend. Bildet euch einfach eine eigene Meinung. (Ich garantiere auch nicht, dass ich das 100%ig richtig aus seinem Buch erzähle. Vielleicht habe ich da ja auch was falsch verstanden :D)

 

Zu allererst: Was ist Vollkorn überhaupt?

Bis jetzt war meinte erste Assoziation, dazu dunkles gesundes Getreide. Stimmt aber gar nicht. Vollkorn ist nämlich nicht eine bestimmte Getreideart, sondern gibt nur an, wie viele der drei Teile des Korns verwendet werden. Im „normalen“ Weißmehl ist nur der Mehlkörper enthalten, Vollkorn enthält auch die unverdauliche Schale und Keimling. Aber es ist immer noch die gleiche Getreidesorte!

 

Vollkornprodukte sättigen länger und enthalten mehr Vitamine und Mineralstoffe als Weißmehlprodukte. Nehmen Sie viel Ballaststoffe zu sich, fördert das eine gute Verdauung und kann vor Darmkrebs schützen

– Techniker Krankenkasse

 

Was macht Vollkorn so wertvoll?

Vollkornprodukte enthalten wesentlich mehr Vitamine und Mineralien, Ballaststoffe, Eiweiß und pflanzliche Fette als Lebensmittel aus Weißmehl.

Edeka

 

Der „neue [, genetischveränderte] Weizen“ macht dick, fördert Diabetes sowie den Alterungsprozess, schädigt Herz und Hirn und ist schlecht für die Haut.

– Dr. med. William Davis

Da wir ja festgestellt haben, dass es sich bei Vollkorn immer um eine Getreidesorte handelt, müssen die Techniker Krankenkasse und Edeka also mit der These übereinstimmen, dass Weizenvollkornprodukte gesund seien. Das widerspricht komplett dem was Dr. Davis in seinem Buch schreibt.
Das bedeutet einer muss Lügen! Die Frage ist nur wer? Die Krankenkasse, die uns theoretisch gesund haben möchte, damit wir ihnen nicht auf der Tasche liegen? Edeka, die uns eigentlich nur hre Lebensmittel verkaufen wollen und mit gesundem Vollkorn natürlich total in den Fitness- und Gesundheitstrend rutschen? Oder Dr. Davis, dessen Intention ich nicht so ganz beurteilen kann. Aber das sei nur mal so in den Raum gestellt.

 

Warum Weizen gesundheitsgefährdend sein soll:

Ich versuche seine These, die ich in der ersten Hälfte des Buches extrahieren konnte Grob zu entreißen.
Er stimmt mit Edeka überein, dass Vollkornmehl, auch das von Weizen, weniger ungesund sei, als das reine Weißmehl. Allerdings sei viel von dem weniger Ungesunden nicht automatisch gesund.
Weizen, sei auch nicht mehr der Weizen von früher, sondern wir würden eine genmanipulierte nicht gesundheitsgetestete Form von Weizen zu uns nehmen. Es enthalte so mehr Gluten, so wie Weizen und andere Getreidearten wie Roggen und Gerste, auch. Das neue Gluten könne durch chemische Reaktionen, die ich jetzt hier nicht aufführen möchte, in Proteine umgewandelt werden, die das Blut verlassen könnten und damit die Möglichkeit hätten in unser Gehirn zu gelangen. Sie wirken dort wie Morphine und werden aus dem Grund Exorphine genannt. Das bedeutet, sie lösen ein kurzzeitiges Glücksgefühl aus und machen uns süchtig nach Gluten. Das Gluten habe aber nicht nur einen schlechten Effekt auf unser Gehirn, sondern es könne jedes Organ angreifen.
Auf der andern Seite enthalte Weizen zu ¾ ein in sich verzweigtes Einfachzuckermolekül, das Amylopektin A. Es könne direkt in unserm Mund von unserm Speichel in Glukose umgewandelt werden, dass zu einem sofortigen Blutzuckerspiegelanstieg und dann natürlich auch zu einem rasanten Abfall führe. Dieser Abfall erzeuge eine Heißhungerattacke, wir essen Kohlenhydrate und der Teufelskreislauf schließe sich. Das führe natürlich auch zu einer Fettanlagerung am Bauch. Dieses Bauchfett habe auch nochmal eine negative Wirkung auf unseren gesamten Körper.

 

Ich weiß, es ist jetzt wirklich ganz grob umrissen, aber alleine dieses bisschen hat mich schon zum Denken angeregt. Ich habe nämlich auch schon dem vor dem Buch einen Unterschied gemerkt, wenn ich morgens Toast gegessen habe oder nicht. Dann bin ich immer gleich schlecht in den Tag gestartet, hab gefühlt den ganzen Tag nur unkontrolliert gefuttert und hab mich am Ende, schlecht, müde und eigentlich immer noch „hungrig“ gefühlt. Naja, was hat hier die Vergangenheitsform zu suchen, eigentlich passiert mir das immer noch sehr häufig. Als ich allerdings im Februar (jetzt im Nachhinein betrachtet) deutlich weniger Weizen, Roggen etc. gegessen habe, ging mir das nicht so! Ich hatte keine Heißhungerattacken, war trotz frühem aufstehen und erst spät nach Hause kommen durch den Sport, trotzdem nie extrem ausgelaugt und hatte nicht mal Lust auf Süßigkeiten.

Kennt ihr das auch? Denn ja ich muss gestehen…. ich bin Nudelsüchtig… und ich finde es erschreckend, wie genau er chemisch meine Situation beschreiben konnte, wie ich mich fühle. Und wenn das stimmt. Was ist dann mit dem Rest? Aber wenn das stimmt, dann machen meine Essgewohnheiten es mir doch ein wenig mulmig zu Mute. Vor allem… warum wird dieses, meiner Meinung nach doch anscheinend kritische Thema nicht weiter in der Öffentlichkeit diskutiert?
Ich für meinen Teil habe nämlich noch nie vorher gehört, dass unser Weizen genverändert ist. Aber es ist ja offensichtlicherweise so. Unser Weizen wurde kleiner, und widerstandfähiger gegen Keime gezüchtet, damit er ertragsreicher ist. Es geht doch eigentlich immer um Profit. Und ganz ehrlich, wenn alle damit Geld verdienen, dass wir krankwerden. Sei es durch eben als gesund behaftete Lebensmittel oder durch den Verkauf von Medikamenten. Ganz ehrlich: Ich würde den Menschen so etwas zu trauen…

Deswegen: Hat einer von euch vielleicht auch schon persönlich mit dem Thema Bekanntschaft machen dürfen? Mich interessieren eure Meinungen echt brennen.

 

Liebe Grüße,

Michelle

 

Das Könnte dich auch interessieren:
Wie trainiere ich richtig?
5 Motivationstipps
Willst du dich mit mir dehnen?     Ja – Nein – Vielleicht

Werbeanzeigen

5 Kommentare zu „Denkanstoß: Ist Weizen gefährlich?

  1. Hallo Michelle,
    bei dem Thema lasse ich mich heute doch gerne Mal zu einem Kommentar hinreißen.
    Ich habe mich zwar zugegebenermaßen nie großartig zu dem Thema belesen, jedoch habe ich schon viel darüber nachgedacht. Ich teile insbesondere die Ansicht zu der schädlichen Wirkung von Zucker auf den menschlichen Körper, welche aber ehrlich gesagt in keinster Weise überraschend ist. Persönlich nehme ich diese kleine Sucht nach Zucker, die durch die Hinzugabe zu fast allen im Supermarkt erhältlichen Lebensmitteln und durch natürliches Auftreten in Form von Fructose etc mittlerweile fast jeden befallen haben sollte, in gewissem Umfang hin, weil ich einfach zu gerne esse. Ich achte zwar darauf, dass es besonders beim Süßigkeitenkonsum nicht zu extrem wird und verzichte zu großen Teilen auf Fertigessen, in dem auch extreeem viel Zucker enthalten ist, aber ansonsten ist es mir wirklich ziemlich egal.
    Wie bei allem ist es in Maßen noch ganz in Ordnung und behindert mich auch nicht in meiner körperlichen Leistungsfähigkeit.
    Das gleiche gilt für alle Lebensmittel im allgemeinen. Ich habe mittlerweile das Gefühl, dass der menschliche Körper mit größeren Mengen von jedweder Nahrung Probleme hat. Einer kurzen Onlinerecherche zufolge leiden beispielsweise 75% der Weltbevölkerung an Laktoseintoleranz. Ich bemühe mich hier einfach von allem ein bisschen und von nichts zu viel zu essen und bin damit ziemlich glücklich.
    Im Bezug zu der von dir angesprochenen Genmanipulation kann ich nur sagen, dass Dr. Davis Amerikaner ist und auch wenn GM-food bei denen mittlerweile zum Alltag gehört, es (hoffentlich) zumindest noch keinen Einzug in Deutschland gehalten hat. Offiziell zumindest nicht und selbst wenn wäre es nach EU-Recht kennzeichnungspflichtig.
    Da mache ich mir also keine allzu großen Sorgen 🙂
    Liebe Grüße
    Benedikt
    PS: Mach weiter so. Dein Blog ist ausgezeichnete Lektüre morgens im Zug und gibt Lars und mir einigen Diskussionsstoff 😉

    Gefällt 1 Person

    1. Hey Benedikt,

      danke erstmal, dass du dich zu einem Kommentar hast hinreißen lassen. Ich trage doch immer wieder gerne zu einer Zugdiskussion bei! 😀 (sorry, dass ich mich erst jetzt zurück melde..)

      Dein Einwand „Alles in Maßen“, lässt sich ja wirklich so gut wie auf alles Anwenden, sodass es wohl bestimmt auch auf das Thema Weizen bzw. Zucker passt. Ich glaube nur, dass bei diesem Thema keine genaue Definition von „in Maßen“ da ist. Weißt du was ich meine?
      Wenn einem auf der einen Seite gesagt wird, dass Getreide in der Vollkorn Variante extrem gesund ist und auf der anderen Seite aber etliche gesundheitliche Risiken mit sich bringt. Wo ist dann das gesunde Mittelmaß?
      Ja na klar, gibt es bei uns auch andere Vorschriften als in Amerika. Trotzdem glaube ich, dass sowas bei uns auch möglich ist. Wenn man etwas besonders vertuschen will, dann geht das auch. Vielleicht wurde es einfach noch nicht entdeckt.
      Okay vielleicht habe ich auch zu viele Harriehausen-Vorlesungen besucht. 😀 (Wobei ich schon sagen muss, dass er mich schon zum Denken und aktiven Hinterfragen angeregt hat.)

      Liebe Grüße 🙂

      Liken

  2. Hej Michelle. Ich finde es grundsätzlich immer gut, sich mit Ernährung auseinanderzusetzen… Und cool, dass du dich damit beschäftigst, obwohl du nur zufällig ein Buch darüber gefunden hast…

    Ich lege dir das Buch „Tiere essen“ von Jonathan Foer ans Herz. Das findest du nämlich auch in eurem Bücherbestand… Und auf den Blogbeitrag bin ich sehr gespannt.

    LG, Verena

    Gefällt 1 Person

    1. Hey Vrenchen 🙂

      ja ich glaube das Buch habe ich wirklich schon mal bei uns rumstehen sehen 😀 Mal sehn, ob nach dem Weizenbuch direkt danach noch Lust habe mir das durch zu lesen, aber es wanders auf jeden Fall auf meine „Unbedingt noch Lesen“-Liste!

      Ich finde lesen auf der einen Seite ist schon mal ein Schritt in die richtige Richtung. Sich darüber Gedanken zu machen was man isst. Aber die Umsetzung ist oft total schwer. Hab ja schon oft versucht zumindest weniger Fleisch auch zu essen. Wenn dann aber „extra für dich“ etwas mit gemacht wurde, dann siegt doch oft das aktuelle schlechte Gewissen.

      Liken

  3. Ahoi :),
    ein schwieriges Thema das du hier aufgemacht hast 😛
    Ich denke man sollte immer im Hinterkopf behalten das es gerade beim Thema Ernährung eine große Menge verschiedener „Sektenführer“ gibt die alle von sich behaupten den zentralen „Übeltäter“ in unserer Ernährung ausgemacht zu haben, (das nimmt z.T. recht religiöse Züge an wie z.B bei Paläo, Low Carb etc.). Daher ist eine gewisse Grundskepsis bei all diesen „Predigern“ sicher nicht verkehrt.
    Hab mal ’n bisschen bei Google gewildert und bin dabei auf ein Interview mit Professor Dr. med. Wolfgang Holtmeier gestoßen der dem Buch ein eher pseudowissenschaftliches Profil bescheinigt und Davis vorwirft er würde z.T. ohne starke Evidenzen für seine Behauptung argumentieren bzw. aus einer sehr dürftigen Faktenlage allzu weitreichende Schlüsse ziehen.(So soll es keine Studien geben die generelle Vorteile durch eine weizenarme Ernährung belegen würden)

    Ich könnte mir vorstellen das viele Probleme die Davis anspricht auf den sehr Weissbrotreichen und auch ansonsten ungesunden amerikanischen Ernährungsstil zurückzuführen sind
    ((Weissbrot/Graubrot treibt den Blutzuckerspiegel recht flott nach oben(Im Gegensatz zu Vollkorn) -> viel Insulin -> schnelles Sinken des Blutzuckerspiegels -> Gehirn sagt: Friss mehr!-> Repeat!)
    -> Man wird Fett und bekommt die üblichen Probleme.)
    Ist aber auch nur mein Halbwissen daher ohne Gewähr. ^^

    Gentechnisch veränderte Pflanzen sind meines Wissens nach in DE noch nicht zugelassen. In Murica z.T. schon; aber auch da gehen die Änderungen wohl meist eher in die Richtung das Pflanzen gegen irgendwelche Insektizide resistent gemacht werden sollen.

    Hier nochmal zwei Links die ich einfach mal droppe 🙂

    http://www.gmf-info.de/mehlreport22_fachinterview-holtmeier.pdf
    (Das Interview mit dem Mediziner geführt von so nem Müller-Magazin, daher vieleicht kompromitiert, der Dr. wirkte aber auf mich recht kompetent und es ist auch eig. sein Fachgebiet)

    Hier noch nen kleinenen Artikel von so nem Cochrane-Magazin:
    https://www.medizin-transparent.at/weizen-als-ursprung-aller-krankheiten

    Recht gutes Sammelsurium an verschiedenen Artikeln zu diesem Themenkomplex:
    http://www.zeit.de/thema/gesunde-ernaehrung

    Hoffe mein Gedankenauswurf (und die Links :3) konnten ’n bisschen was beitragen. 🙂

    Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s