Trainingstagebuch – Warum brauche ich das?

Das Training war wieder so anstrengend, dass man nach der Dusche einfach nur noch in Bett fallen will. Jetzt noch mal aufraffen und aufschreiben was ich gemacht habe? Nie im Leben!
Ja es ist schwer, zumindest manchmal. Aber Durchhalten lohnt sich. In diesem Artikel erfährst du warum du unbedingt Trainingstagebuch führen solltest, Denkanstöße auf welche Art und Weise du dein Tagebuch führen könntest und Tipps zur Gestaltung.

4 (wirklich gute) Gründe warum du ein Trainingstagebuch führen solltest

  1. Dokumentation

In einem Trainingstagebuch dokumentierst du generell erstmal was du eigentlich gemacht hast. Zusätzlich kannst du dann noch aufschreiben wie du dich dabei gefühlt hast, wie deine Zeiten waren, Kommentare vom Trainer und und und.
Am besten funktioniert das wirklich, wenn du es direkt beim Training machst. Mir geht es oft so, dass wenn ich es aufschiebe, ich es wieder und wieder und wieder verschiebe, bis ich mich irgendwann aufraffen kann und dann weiß ich das Meiste schon nicht mehr! Aber aus genau diesem Grund finde ich sollte man es sich aufschreiben und dokumentieren! Man vergisst es sonst einfach! Ich habe auch schon ein paar Mal versucht normales Tagebuch zu führen und bin jedes Mal gescheitert. Also keine Bange sollte es dir genauso gehen, denn das Trainingstagebuch führe ich meist gewissenhaft, also kannst du das auch. Wenn man Dinge vergisst, die man so gemacht hat ist das ärgerlich, bei der Trainingsgestaltung allerdings echt hinderlich, da du keine Übersicht mehr hast, was du überhaupt gemacht hast und wie dein Körper reagiert hat. Dies führt uns zu dem Punkt „Zusammenhänge erkennen“

  1. Zusammenhänge erkennen
    1. sportliche
    2. emotionale

Zusammenhänge lassen sich ganz leicht erkennen, wenn du jeden Tag aufschreibst wie es dir geht. Also auch wirklich detaillierter- „gut“ reicht nicht aus. Du könntest zum Beispiel deine Zeiten von den Läufen, die Gewichte und Wiederholungen beim Krafttraining aufschreiben und dazu dann auch immer wie es dir während der Übung ergangen ist. War es noch einfach? Wann hat es angefangen in den Muskeln zu brennen? Hattest du am nächsten Tag Muskelkater? Hast du am nächsten Tag wieder trainiert, dann kannst du durch die Dokumentation des Vortages schließen, dass du vielleicht nicht so gut warst, weil du dich eben gestern völlig ausgepowert hast. Wenn du das dann länger machst, stellst du fest, dass dein Körper immer sehr ähnlich auf etwas reagiert. Wenn ich mich zum Beispiel abends nicht vernünftig dehne, dann kann ich mich den nächsten Tag nicht mehr bewegen, weil dann die Hüfte schief ist und mein gesamter Körper das dann irgendwie auskompensieren muss. Solche Zusammenhänge erkennt man dann leichter, wenn man sich alles aufschreibt.
Außerdem kannst du auch an den Tagen, wo du kein Training hast aufschreiben wie es dir geht? Unser Kopf beeinflusst uns nämlich maßgeblich in allem was wir tun. Hast du dich den einen Tag vielleicht mit einem Freund gestritten, hattest Halsschmerzen, deine Tage (gut trifft nur auf die Mädchen zu, aber trotzdem) oder hast einfach mal schlecht geschlafen. Alle diese emotionalen psychischen Dinge beeinflussen eben wie gut es uns geht und wie gut wir dann unser Training absolvieren können. So lassen sich dann beispielsweise auch mal nicht so gute Tage eventuell erklären.

  1. Leistungsübersicht

Wenn du dein Trainingstagebuch eine längere Zeit führst, dann kannst du zum Beispiel nachgucken, wie es dir letztes Jahr um diese Jahreszeit ging. Warst u besser warst du schlechter? Wie hast du da trainiert. Aber selbst von Monat zu Monat kannst du schon sehen, ob dein Training Früchte trägt. Wenn du natürlich nicht mehr weißt, was du letzten Monat gemacht hast und wie du dich das letzte Mal gefühlt hast, als du 150er gelaufen bist oder 15 kg gestemmt hast, dann kannst du natürlich auch nichts vergleichen. Dies könnte deine Motivation sehr senken bzw. positiv ausgedrückt: Das Führen eines Trainingstagebuches motiviert dich dein Ziel zu erreichen, weil es dir deine einzelnen Etappen auszeigen kann.

  1. Motivation durch Kontrolle

Zusätzlich motivierend ist es natürlich, wenn du dein Trainingstagebuch jemandem zur Kontrolle gibst. Wir lassen unsere Trainingstagebücher immer am Anfang des Monats von unser Trainer durchsehen. Dann sieht er wie gut wir mit seinem Trainingsplan umgehen konnten und wie wir uns auch gefühlt haben. Ich weiß ich reite viel auf Gefühlen rum, aber ich finde, dass dies ein sehr wichtiger Aspekt ist. Danach reden wir noch einmal darüber und lassen den Monat noch einmal aufleben. Wenn du jemanden hast, der dich kontrolliert, dann schließt du nicht nur mit dir einen Vertrag ab dein Ziel zu erreichen und regelmäßig Sport zu machen, sondern du weihst noch jemand anderen in den Vertrag ein. Gegen uns selber verlieren wir eher und brechen den Vertrag, als wenn noch jemand anders davon weißt. Dann ist es uns peinlich und gehen lieber doch zum Sport.
Auf der andern Seite zeigt man natürlich sonst auch niemandem sein Tagebuch. Natürlich ist das Trainingstagebuch auch ein TAGEBUCH, also ist es verständlich, wenn du es niemanden zeigen willst. Mein Trainingstagebuch ist auch ziemlich persönlich. Meinem Trainer vertraue ich da auch, es macht mir nichts aus da ein paar vertraulichere Informationen reinzuschreiben und es ihm dann zu zeigen. Jemand weiter außenstehendes würde ich es aber nicht zeigen. Also musst du wissen was du alles da reinschreiben möchtest. Ich finde je persönlicher es ist, desto besser, denn schließlich ist es ja DEIN Tagebuch.

Beispiele für geeignete Trainingstagebücher

Jahresplaner (jeder Tag hat eine Seite)

  • Jeder Tag hat eine Seite. Dadurch kannst du eben auch die Zwischentage, also an denen du nicht trainierst, aufschreiben wie es dir und deiner Muskulatur geht. Sie sind relativ handlich und passen in jede Sporttasche noch mit rein. Auch in einen einfachen Sportbeutel. Du hast die Daten und die Wochentage zusammen, dadurch wirst du eher daran erinnert, solltest du dein Buch nicht beim Training geführt haben, es nachzutragen. Mir machen die leeren Seiten sonst ein schlechtes Gewissen und Zack sie sind ausgefüllt.
  • Auf der andern Seite kannst du bei einem Jahresplaner, sei es Schulplaner oder normaler Jahresplaner, nicht immer so anfangen, dass du das ganze Potential ausnutzt. Solltest du das doch wollen guck mal auf „Dein Persönlicher Kalender“, da bezahlst du zwar ein bisschen mehr, aber du kannst anfangen wann du willst und ihn auch noch mit eigenen Fotos und so gestalten. Ich habe mir von der Seite meinen normalen Planer gekauft. Also wenn du einen handlichen Planer hast mit A6 könnte es manchmal vorkommen, dass der Platz pro Tag mal nicht ganz ausreicht, dann muss man ein bisschen quetschen oder mit Sternchen auf anderen weniger vollen Seiten arbeiten. Da ist halt etwas Kreativität gefragt.

Das Notizheft

  • Der große Vorteil eines Notizheftes ist, dass es sie in allen Größen, Farben und Preiskategorien Du kannst jeder Zeit anfangen deinen Training aufzuschreiben, ohne Einbußen im Material zu machen. Ein Notizheft bietet daher eigentlich die meiste Individualisierungsmöglichkeit. Außerdem brauchst du auf keinen Fall quetschen und kannst jeden Gedankengang festhalten. (Manchmal führe ich Selbstgespräche mit meinem Trainingstagebuch, aber pssst :D)
  • Obwohl das Notizbuch so viele Freiheiten bietet, finde ich ist das auch einer seiner Nachteile. Du bist nicht an den Kalender gebunden und kannst so leichter vergessen Dinge nachzutragen, oder die Zwischentage überhaupt einzutragen. Es zwingt einen sozusagen nicht es „ordentlich“ und gewissenhaft zu führen

Exel

  • In Excel lassen sich Daten, wie Zeiten oder Gewichte, gut im Verlauf der Zeit darstellen. Excel bietet damit vor allem einen rationaleren Überblick über das ganze Geschehen. Außerdem ist es digital, also (hm jetzt habe ich vergessen was ich schreiben wolle, aber digital ist doch IMMER gut!?) also ist es gut.

 

  • Dadurch, dass vorallem die Daten erfasst werden macht Excel eher unpersönlich. Es ist nichts Individuelles mehr, sondern man ist nur noch zu Zahlen geworden. Und man kann es nicht mit zum Training nehmen und dierekt Sachen eintragen, die einem auffallen. Dadurch hat man immer eine gewisse Ungenauigkeit in den Gefühlen, weil man diese schon nach geraumer Zeit vergisst, oder zumindest nicht mehr so detaillgetreu wieder geben kann.

 

NLV-Vordruck

  • Die Kaderathleten werden auch angehalten Trainingstagebuch zu schreiben. Den Umdruck dazu findet man im Internet. Also wenn ihr euch gerne so fühlen wollt wie sie, dann könnt ihr euch das hier herunter laden und ausdrucken. Allerdings ist das vielleicht nicht mehr aktuell, auf jeden Fall mussten sie das noch vor ein paar Jahren benutzen.

 

  • Ich habe diesen Vordruck eigentlich nur der Vollständigkeit halber aufgeführt. Die Kaderathleten bekommen natürlich ein Buch, die Umdrucke so müsste man sich einzeln ausdrucken. Da hat ein Buch schon mehr Vorteile.

 

Flexibilität Persönlich Gebrauchs-tauglichkeit Preis Platz
Jahresplaner

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Notizbuch

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Excel

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* * naja Office

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NLV-Vordruck

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Tipps zur Gestaltung

  • Farbeinsatz

Farben eignen sich hervorragend, um etwas immer gleich zu Kennzeichen. So kannst du zum Beispiel deine Gefühle in Blau aufschreiben, deine eigenen Kommentare in Grün, die des Trainers in Rot und das eigentliche Training in Schwarz. Dann weißt du immer um wessen Aussage es sich grade handelt. (Für die Mädchen: ein Roter Punkt in der Ecke eignet sich auch sehr gut, um die Tage zu markieren 😉 )

  • Smileys

Smiley helfen das Training insgesamt zu bewerten oder im auf jeden Fall etwas Bildliches zu geben. Wenn man auch nicht so viel Platz hat und nicht aufschreiben will warum etwas gut oder schlecht war, sind Smileys perfekt.

  • Piktogramme

Ich benutze Piktogramme, wenn ich weiß, wie eine Kraftübung heißt. Dann wird sie einfach hingezeichnet, so gut es eben geht. Die kleinen Figuren zwischen drinnen sehen auch ganz lustig aus und geben dem Buch noch einen persönlicheren Touch. Auch für das Wetter sind die kleinen Bildchen gut geeignet, denn wer draußen trainiert ist immer vom Wetter abhängig und natürlichen kann man anders Laufen bei 30°C in kurzer Hose oder in dick eingepackt mit Gegenwind und Regen.

  • Einheitlichkeit

Also ich schaffe das auch nicht, weil ich immer unterschiedliche Stifte mal mit in meiner Tasche habe, aber generell sieht etwas immer besser und geflegter aus, wenn in einheitlich gehalten wird. Aber vielleicht gibt es dem Büchlein grade etwas Individuelles, wenn es nicht einheitlich ist.

Ich persönlich benutze einen A5 Jahreskalender von NANU NANA und bin damit voll zufrieden. Ich sage, dass trotz meines Fabels für Notizbücher. Man kann sie zwar wirklich richtig schön freigestalten, aber ich brauche unbedingt den täglichen Zwang durch meinn Buh, damit ich das auch einhalte.

Wollt ihr eine Beispielseite sehen? Oder habt ihr noch andere Art und Weisen wie ihr euer Trainingstagebuch führt?
Meldet euch doch einfach mal in den Kommentaren und teilt uns eure Meinung mit!

Bis dann!

Michelle

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2 Kommentare zu „Trainingstagebuch – Warum brauche ich das?

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