Wie erreiche ich meine Ziele?

Grundvoraussetzung ist erstmal, dass du dir überhaupt schon Ziele gesetzt hast. Sollte das nicht der Fall sein, kannst du hier nachlesen, wie du sie am besten formulierst.

Gut jetzt hast du dein Ziel smart formuliert.
Du warst total motiviert jetzt richtig durchzustarten doch dann kam dir wieder der Alltag in den Weg?
In diesem Artikel bekommst du ein paar Tipps wie du es auch schaffst deine Ziele zu erreichen.

 

Die Macht der Gewohnheit

Gewohnheit, was ist das eigentlich. Der Duden definiert die Gewohnheit so: „durch häufige und stete Wiederholung selbstverständlich gewordene Handlung, Haltung, Eigenheit; etwas oft nur noch mechanisch oder unbewusst Ausgeführtes“.
Eine Gewohnheit ist also etwas, dass wir ganz automatisch machen ohne darüber nachzudenken. Das Gehirn spart auf diese Weise Kapazität. Wenn du etwas immer und immer wieder wiederholst, dann brennt es sich sozusagen in dein Gehirn ein. Ist dies Geschehen übernimmt das Unterbewusst sein in dieser besagten Situation das Steuer. Es wäre ja auch ungeheuerlich anstrengend, wenn man sich wirklich über jede kleine Einzelheit bewusst den Kopf zerbrechen müsste.
So kannst du zum Beispiel Fahrradfahren und dich währenddessen unterhalten. Du musst dich nicht mehr auf das Radfahren an sich konzentrieren, weil dies dein Unterbewusstsein für dich übernimmt. Nachdem du als Kind immer und immer wieder gefahren bist, hat sich die Technik einfach tief in deinem Gehirn verankert. Diesen Teil können wir auch nicht bewusst erreichen.

Alles in der Natur strebt ja immer danach den energieärmsten Zustand zu erreichen – so auch unser Gehirn. Es möchte lieber das machen, was es sowieso schon kann, als neue Dinge zu machen, die aktive Leistung erfordern. Wenn man mal so drüber nachdenkt, dann machen wir ja wirklich zu geschätzt 50% dieselben Dinge. Wir haben eine Morgen- und eine Abendroutine, machen gerne alles auf die gleiche Weise. So geht man doch am liebsten immer den gleichen Weg zur Schule, zur Arbeit oder sonst wohin, obwohl es evtl. einen schnelleren und besseren gäbe. Aber unser Gehirn kennt diesen Weg und will gar nicht darüber nachdenken, ob es nicht auch besser geht. Die Gewohnheiten navigieren und so durch unser Leben.

„Gewohnheiten sind kleine Süchte“, sagt Wolfram Schultz, Professor für Neurowissenschaften an der University of Cambridge.  Dazu passt auch das Konzept von Charles Duhigg, was Martin Grünstäudl  in seinem Blog auch anspricht. Durch einen bestimmten Reiz werde das Gehirn angeregt eine bestimmte Routine unterbewusst auszuführen, wenn es danach eine Belohnung bekommt. Durch die zuerst bewusste permanente Wiederholung der Routine, bei diesem bestimmten Reiz mit anschließender Belohnung, werde der Reiz immer mehr mit der Belohnung verknüpft. Und Schwups unsere kleine Sucht ist entstanden.
Ob das Fahrradfahren dann jetzt unbedingt  als Gewohnheit zählt ist fraglich, aber es verdeutlicht das Konzept des Unterbewusstseins ganz gut.

Diese kleinen Süchte können für uns, aber auch gegen uns Arbeiten. Wenn man sich zum Ziel gesetzt hat abzunehmen, dann ist natürlich die Angewohnheit jeden Tag Schokolade zu essen nicht besonders förderlich. Aber es schwer diese Gewohnheit loszuwerden, weil das Gehirn ja gerne daran festhalten möchte.
Auf der andern Seite können sie natürlich auch für einen arbeiten. Ist es zur Gewohnheit geworden jeden Montag zu einer bestimmten Uhrzeit laufen zu gehen, dann wird das Gehirn auch laufen gehen wollen und man muss sich nicht mehr mit dem elendigen inneren Schweinehund rumärgern.
Aber wie schaffe ich es, dass die Gewohnheiten für mich spielen, anstatt gegen mich?

 

Gute Gewohnheiten etablieren

Von vorne herein lässt sich sagen, dass man auf jeden Fall immer nur an einer Gewohnheit gleichzeitig arbeiten sollte. Denn wer sich schon einmal daran versucht hat eine alte Gewohnheit loszuwerden oder eine neue zu etablieren, wird wissen wie schwer das ist.

Grob lässt sich die Etablierung wohl in drei Phasen unterteilen.

  • Anfangsphase
  • Der Widerstand – „Warum mache ich das eigentlich?!“
  • Automatismus

 

gewohnehitsgraph-0011.jpg
Selbstentwickelter Gewohnheitsetablierungsgraph

 

Phase 1: Der Anfang – Alles Easy!

Alles ist neu und aufregend. Man ist total motiviert und man schafft es immer durch Willenskraft sich aufzuraffen und der neuen Routine nach zu gehen.  Die Euphorie ist fast überwältigend. Ist doch alles ganz einfach!

Phase 2:  Der Widerstand – Ahhhhh manno warum mache ich das?

Vergessen ist die Anfangseuphorie, der Kampf Versuchung gegen die zu etablierende Routine wird stärker. Wenn nicht schon dem Anfang aufgegeben wurde, dann ist hier die Aufgabequote wohl am höchsten. Zu Verlockend ist es wieder in das alte Muster zurück zu fallen. Wie du es trotzdem schaffst dein Gehirn und die alten eingebrannten Wege zu besiegen erfährst du hier. Wer es wirklich schafft durch zuhalten, wird mit  Phase 3 belohnt.

Phase 3: Der Automatismus – Die neuen Gewohnheit wurde akzeptiert und etabliert

Glückwunsch, wenn du es bis hier geschafft hast Widerstand zu leisten, hast du die Gewohnheit so gut wie etabliert. Du hast es geschafft, dass deine kleinen Süchte für dich arbeiten. Im Handumdrehen wirst du deinem Ziel nun näher kommen.

 

Wie lange diese einzelnen Phasen dauern ist immer sehr individuell. Zwar gibt es Studien, die sagen, dass es wahrscheinlich ca. insgesamt 66 Tage braucht, bis die neue Gewohnheit etabliert ist, aber daran würde ich mich jetzt nicht stock und steif festkrallen wollen.
Meiner Meinung nach richtet sich das nach den Gefühlen, irgendwann macht man es einfach ohne darüber nachzudenken. Dazu braucht man keine Zeitangaben, denn keiner kann voraussehen, wie du dich nach 5, 10 oder 66 Tagen fühlen wirst. Wenn man eigentlich schon nicht mehr drüber nachdenkt, ob das bestimmte Ritual jetzt ausgeführt werden muss, dann hat man doch sein Ziel, die neue Gewohnheit zu etablieren erreicht. Wäre nicht die Analyse, ob es denn jetzt 65 oder nach 66 Tagen erreicht ist, da nicht eher kontra produktiv? Was meinst du?

 

Ich hoffe ich konnte dich jetzt eher motivieren, dir neue Gewohnheiten zu zulegen, als dass ich dich jetzt komplett verschreckt habe. Solltest du es versuchen, würde mich deinen persönlichen Erfahrungsbericht natürlich gerne in den Kommentaren oder per Mail freuen.

 

Liebe Grüße,

Michelle

 

P.S. Den Graphen habe ich mir jetzt selber aus den Fingern gezogen. Dem entsprechend gebe ich keine Gewähr auf die wissenschaftliche Richtigkeit dieser Illustration. Sie soll lediglich meine eigene Wahrnehmung auf dieses Thema verdeutlichen.

 

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Ziele richtig setzten

 

Ansonsten siehe auch:

3 Kommentare zu „Wie erreiche ich meine Ziele?

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