Ziele richtig setzten

Brauchen wir überhaupt Ziele?

Wir reden immer nur darüber, welche Ziele wir haben oder wie wir unsere Ziele erreichen wollen. Aber warum haben wir überhaupt welche? Wenn ich mir einen Traum von einem perfekten Leben, was auch immer das für jeden einzelnen bedeutet, als Ziel setze und dieses dann erreiche, was ist dann? Bin ich dann glücklich und zufrieden bis an mein Lebensende? Ich sage „Nein“. Wir Menschen sind von der Natur aus so geschaffen, dass wir kontinuierlich nach Fortschritt streben. Wenn wir keine Ziele haben dann bedeutet das Stillstand und das wiederum ist uns allen zu wieder – gut zumindest den meisten.
Dies impliziert doch, dass eigentlich der Weg zum Ziel das eigentliche ist was wir wollen. Wenn wir es erreicht haben muss ja gleich ein Neues her.
Also „Ja wir brauchen Ziele!“ Einfach aus dem Grund, dass wir eine Richtung haben in die wir gehen können.

 

Wie viele Ziele brauche ich?

Identität. Wer bin ich? Wie sehe ich mich selber? Wie werde ich von anderen gesehen? Um es rationaler auszudrücken: Wie bin ich definiert. Die Bildung einer Identität ist ein lebenslanger Prozess, idem sich unsere Identität immer mal wieder ändert. Laut H. G. Petzhold gebe es 5 Säulen, die unsere Identität stützen.

  • Körper, Psyche, Seele
  • Soziales Netzwerk
  • materielle Sicherheit
  • Arbeit und Leistung
  • Werte

Visualisiert, kann man sich unsere Identität also wie ein Dach vorstellen. Alle 5 Säulen müssen mit einander im Gleichgewicht sein, damit unser Dach nicht schief hängt. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert sich zu jeder dieser Säulen ein Ziel zu setzten.
Allerdings sollten diese Ziele unterschiedliche Prioritäten haben, weil man nicht gleichzeitig an 5 größeren Zielen arbeiten kann.

 

Ziel – ein Traum mit Plan

Bevor man ein Ziel formulieren kann, sollte man ein bisschen brainstormen. Frei nach der Fragen: Was möchte ich erreichen? Womit wäre ich glücklicher? Was müsste ich erreichen, um mich so und so zu fühlen? Denn jeder hat natürlich etwas anderes, das ihn antreibt. Die Träume können auch ruhig etwas größer sein, ausgesiebt wird später. Erstmal sollte man sich klar machen an welchen Träumen das Herz wirklich hängt. Nun geht es an die Auswahl des Traums. Keine Bange, wenn dieser erreicht ist, kannst du dir ja dann gleich den nächsten vornehmen, aber eins nach dem andern. Potentielle Ziele sind Träume, die einen zwar fordern und einen so zwingen seine Komfortzone zu verlassen, aber dennoch realistisch sind. Dabei sollte man sich meiner Meinung nach schon an seinen Stärken orientieren, aber vielleicht kann man auf dem Weg ja auch einige Schwächen in Stärken umwandeln. Man lernt zwar nie aus, aber trotzdem sollte man wissen auf welchem IST-Stand man sich grade befindet.
So wird jemand, der noch nie richtig Sport gemacht hat, in 2 Wochen keinen Marathon laufen können. Gut das ist jetzt etwas überspitzt ausgedrückt, aber ihr wisst wie ich das meine.
Wichtig ist auch, dass es sich wirklich um eure Träume handelt. Oft denken wir, dass die Träume die wir haben, unsere eigenen sind, dabei sind sie uns von der Gesellschaft aufgezwungen worden. Falls euch das näher interessiert: Sind es noch meine Ziele?

Sobald ein Traum ausgewählt ist, kommt der Plan, der ihn zum Ziel macht.
Doch wie formuliert man so ein Ziel?
Bestimmt hat jeder von euch schon mal von der SMART Methode gehört.

S               spezifisch

M             messbar

A              aktionsorientiert

R               realistisch

T               terminiert

 

Diejenigen, die schon wissen was die SMART Methode ist, können diesen Absatz einfach überspringen.

Spezifisch:           Das Ziel sollte konkret dargestellt sein. „Ich möchte mehr Sporttreiben und fitter werden.“ So sehen meistens Neujahrsvorsätze aus und genau aus dem Grund funktionieren die eh nicht. Was genau bedeutet denn fitter werden?
Ein spezifisches Ziel wäre zum Beispiel: „Ich möchte abnehmen.“ oder „Ich möchte länger laufen können.“
Messbar:               Gut jetzt haben wir ein spezifisches Ziel. Aber wann haben wir es erreicht. Theoretisch haben wir schon abgenommen, wenn wir 100 Gramm weniger wiegen, oder sind länger gelaufen, wenn wir einen Meter weiter oder eine Minute länger laufen können. Aber ist das das Ziel gewesen?
Damit man also weiß, wann man das Ziel erreicht hat, muss es messbar sein.
„Ich möchte 5 kg abnehmen.“
„Ich möchte 10 km laufen können, ohne zu gehen.“
So könnten die Ziele messbar formuliert sein.

Aktionsorientiert:            Gut damit wäre geklärt, was wir erreichen wollen, aber noch nicht wie. Hier kommt der konkrete Plan ins Spiel. Wie kann ich mein messbares spezifisches Ziel erreichen? Hier muss man nicht allzu sehr ins Detail gehen. Es geht eher um die grobe Richtung. Das Abnehmziel könnte also mit SMA so formuliert sein: „Ich möchte 5 kg abnehmen, indem ich jeden Montag und jeden Donnerstag laufen gehe.“

Realistisch:          Den Realitätsbezug hatte ich oben ja schon mal kurz erwähnt. Es geht halt darum, dass man das Ziel auch wirklich erreichen kann. Denn wenn es viel zu unrealistisch ist, demotiviert es einen nur. Genau das wollen wir ja nicht erreichen.

Terminiert:          Sein Ziel Terminieren bedeutet ihm sozusagen ein Abgabetermin zu verpassen. Wenn dieser nicht eingehalten wird, passieren irgendwelche Konsequenzen.
Wenn man einen Termin vor Augen hat, ist es leichter auf das Ziel hin zu arbeiten.
Teilziele sind hier unter anderem sehr sinnvoll. So kann man kleine Etappensiege feiern und bleibt eher am Ball. (Link zu „wie Erreiche ich meine Ziele“)
„Ich möchte in 10 Wochen 5 kg nehmen, indem ich jeden Montag und jeden Donnerstag laufen gehe, sodass ich pro Woche mindestens 0,5 kg abnehme.“

 

Emotionen als Leuchtturm

Außerdem habe ich noch eine weitere Methode gefunden, die den Erfolg auf jeden Fall garantieren soll. P.E.E.K. heißt sie.

P               prozessorientiert
              emotional
E               eigenverantwortlich
              komplex

Sie ergänzt dem SMART Modell, dass man seine Ziele eigenverantwortlichen erreichen können soll, also dass man nicht auf fremde Hilfe angewiesen ist. Außerdem soll man bei dem prozessorientierten, dem Aktionsorientierten noch die Art und Weise hin zufügen, da dies weniger Stress versprechen soll. Also „werde ich diszipliniert jeden Montag und jeden Donnerstag laufen gehen“.
Mich persönlich überzeugen diese beiden Punkte zusätzlich nicht unbedingt. Da ich erstens davon ausgehe, dass ich mir natürlich Ziele setze, die ich alleine angehen kann, und zweitens glaube ich nicht, dass ich öfter Laufen gehen würde, nur weil ich vorher formuliert habe, dass ich es diszipliniert machen werde.

Aber das „emotional“ finde ich extrem gut, sonst hätte ich euch diese Methode wohl auch nicht extra vorgestellt. Die Methode sagt, dass man mit dem Ziel ein Gefühl verbinden soll. Also wie fühle ich mich, wenn ich das erreicht habe? Wir Menschen lassen uns sehr stark von Gefühlen antreiben. Hier kommt auch die Sache mit den eigenen Träumen ins Spiel. Warum möchte ich das erreichen? Welches Bedürfnis erfülle ich mir damit? Wie will ich mich dadurch fühlen? (Bitte formuliert eure Emotionen immer positiv, denn das Gehirn sieht das „NICHT“ nicht und behält das negative Wort im Kopf.)
Daniel Duddek trifft damit dann voll in Schwarze: „Die Emotion ist sozusagen der Leuchtturm, der dich auch im unruhigen Gewässer, bei dickem Nebel, auf Kurs hält.“. Gefühle oder Emotionen helfen uns motiviert zu bleiben, wenn sich uns Hindernisse in den Weg stellen und wir überlegen aufzugeben. Wenn man sich dann voll auf die Emotionen konzentriert, die man haben wird, wenn man es geschafft ist, ist alles einfacher.

Das ist beim Laufen ja auch so: Man steht vor einer Einheit, wo man ganz genau weiß, dass sie wehtun wird, dass es anstrengend sein wird. Aber warum macht man es immer wieder? Richtig zum einen um dem großem Ziel näher zu kommen, aber vor allem kurzfristiger, weil das Gefühl nach dem Laufen so toll ist.
Frei nach dem Motto:

Warum tun wir uns das nur an?           Weil es so schön ist, wenn der Schmerz nach lässt!

Ich weiß gar nicht wer das mal gesagt hat, aber es ist wie ich finde sehr passend.

Um wieder auf die Ziele zurück zu kommen. Ein nach P.E.E.K formuliertes Ziel sähe dann so aus:
„Ich möchte in 10 Wochen 5 kg nehmen, weil ich mich dann im Bikini sexyier fühle. Dies werde ich erreichen, indem ich jeden Montag und jeden Donnerstag diszipliniert laufen gehe, sodass ich pro Woche mindestens 0,5 kg abnehme.“

 

Checkliste Ziele setzen:

  1. Wahl der Säule für die das Ziel sein soll
  2. Wahl der Priorität
  3. Brainstorming von Träumen
  4. Selektion der Träume – sind es meine? Sind sie realistisch?
  5. SMART mit Emotionen
  6. Den Folgeartikel „Wie erreiche ich meine Ziele?“ lesen
  7. Sofort anfangen etwas für das Ziel zu tun! Let’s do this!!!

 

Hier findest du noch ein Arbeitsblatt, das dir helfen soll systematisch deine Ziele richtig zu entwerfen und zu setzten.

Bis Bald!

Michelle

 

P.S.
Unter folgenden Links kannst du noch mehr Informationen zu dem Thema finden:

 

Ein Kommentar zu „Ziele richtig setzten

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